Mehr Autonomie durch flexibles Arbeiten

Natalie Rabus, 15.09.2016

Die Schweizer Wirtschaft wird hinsichtlich Arbeitskultur immer flexibler. Zu dieser Erkenntnis kommen zwei Studien, die "Flex Work Survey" und die "Smart Work", die 2016 im Auftrag der Work Smart Initiative durchgeführt wurden.

Ob unterwegs im Zug oder im Flugzeug, im Café oder Zuhause im eigens eingerichteten Büro – mit Laptop und WiFi lassen sich Bürojobs mobil, weg vom klassischen Arbeitsplatz erledigen. Dieser Trend lässt sich auch in der Schweiz vermehrt beobachten. Was von Mitarbeitenden allgemein geschätzt wird, ist für Unternehmen aber oft eine grosse Herausforderung – denn flexibles Arbeiten verlangt nach einer neuen Arbeitskultur, modernen technischen Hilfsmitteln und digitalisierten Prozessen. Zwei in diesem Jahr und im Auftrag der Work Smart Initiative durchgeführte Studien, die Flex Work Survey sowie die Smart Work, klären über die aktuelle Situation auf.

 

Flex Work Survey 2016 – Wie flexibel arbeitet die Schweiz?

Im Rahmen der Flex Work Survey Studie 2016 wurden schweizweit 2‘300 Erwerbstätige und 594 Unternehmen zur Verbreitung von mobiler Arbeit befragt. Eine erste Erhebung stammt aus dem Jahr 2014.

 

Rund ein Viertel der Schweizer Bevölkerung arbeitet heute mobil

Mobiles Arbeiten hat in den letzten zwei Jahren tendenziell zugenommen. Mehr als eine Million Erwerbstätige – also rund 25% der berufstätigen Schweizerinnen und Schweizer – arbeiten heute regelmässig mobil. Kaum jemand, der diese Arbeitsform praktiziert, wünscht sich, dies seltener zu tun.

 

Teamarbeit erfordert örtliche Nähe und erschwert mobiles Arbeiten

Ein Drittel der Befragten würde gerne häufiger mobil arbeiten. Dafür stellen sich Arbeitnehmenden aber einige Hindernisse in den Weg. Am meisten genannt werden: Teamarbeit, weil diese oft örtliche Nähe erfordert (von 54% der Befragten angegeben) und sensible, unternehmensinterne Daten, die über mobiles Arbeiten leicht in die Öffentlichkeit gelangen können (von 38% der Befragten angegeben).

 

Das meistgenannte Motiv für flexibles Arbeiten ist Autonomie

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird durch ein flexibles Arbeitsmodell zwar begünstigt, über 70% der Arbeitnehmenden schätzen jedoch vor allem die zeitliche und örtliche Unabhängigkeit, die durch mobiles Arbeiten gewonnen wird, das ungestörte Arbeiten im Home Office und die dadurch gesteigerte Produktivität.

 

Unternehmen aus wissensintensiven Branchen und Grosskonzerne sind weiter entwickelt

In der Einführung und Durchsetzung mobiler Arbeitsformen sind seit 2014 deutliche Fortschritte erkennbar, allerdings hat bis heute keiner der untersuchten Betriebe die komplette Ortsunabhängigkeit und Vernetzung erreicht.

Im Gegensatz zur Öffentlichen Verwaltung sind Unternehmen der Branchengruppe wissensintensive Dienstleistungen – IT und Telekommunikation, Banken/Versicherungen, Beratungsdienstleistungen – hinsichtlich flexiblen Arbeitsformen weiter entwickelt. Was Infrastruktur, Architektur und Technologie angeht, führen die 100 grössten Schweizer Unternehmen die Spitze an. Dadurch bestätigt sich die These: Je grösser ein Unternehmen, desto weiter ist dieses in seiner Entwicklung.

 

Smart Work 2016 – Welche Methoden verhelfen zum Umbruch?

Ziel der Smart Work Studie 2016 war es, Methoden zu finden, die ein Unternehmen bei der Transformation der internen Arbeitskultur unterstützen.

 

Partizipative Unternehmensführung sowie Weisungen & Social Guides als wirksame Smart Work Methoden

Je nach Beschaffenheit und Problemstellung des Unternehmens wurden unterschiedliche Methoden getestet. Beispielsweise die Partizipative Unternehmensführung, welche den Mitarbeitern mehr Entscheidungsrechte auf Führungsebene einräumt. Eine andere Methode, Weisungen & Social Guides, hat zum Ziel, das Regelwerk eines Unternehmens mit festen und flexiblen Rahmenbedingungen zu lockern. Probleme wie Kommunikationsschwierigkeiten oder Platzmangel können mit der Digitalisierung von Prozessen entschärft werden, was wiederum den Vorteil von Ressourceneinsparung und Steigerung der Kosteneffizienz bringt.

 

Es gibt nicht die eine und richtige Methode

Die Ergebnisse haben gezeigt, dass sich der Einsatz der Smart Work-Methoden für die Unternehmen gelohnt hat. Jedoch wird in den Studienergebnissen herausgestrichen, dass es nicht die eine und richtige Methode gibt, sondern, dass der erfolgreichen Transformation eines Unternehmens oft ein Massnahmen-Mix zugrunde liegt. Die richtige Mischung hängt also wiederum vom Charakter und der Beschaffenheit des Unternehmens ab.

 

Smart Work Initiative

Die Work Smart Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, Betriebe bei der Umsetzung von flexiblen und ortsunabhängigen Arbeitsformen zu unterstützen. 2015 wurde die Work Smart Initiative ins Leben gerufen und löste den bisherigen Home Office Day ab. Rund 79 Unternehmen haben die Work Smart Charta bereits unterzeichnet, womit sie sich zu flexiblen Arbeitsformen zu bekennen. Die Initiative wird von grossen Schweizer Arbeitgebern getragen und von einem breit gefächerten Patronat gestützt,  darunter der Kaufmännische Verband.

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