Frage-Antwort: Ressourcenplanung für die Weiterbildung

Felix Kuster, 19.12.2017

In unserer Ratgeber-Serie beantworten Experten kfmv-Mitgliedern Fragen rund um das Thema Arbeitsplatz.

Frage

Für nächstes Jahr plane ich eine Weiterbildung. Ich bin motiviert, mal wieder in meine Kompetenzen zu investieren, jedoch befürchte ich, dass der zeitliche Alltagsstress ziemlich ansteigen wird. Haben Sie eine Idee, wie ich dem begegnen kann?

Antwort

Gerade zur anstehenden dichten Weihnachtszeit ist es ein guter Moment, seine zeitlichen Ressourcen anzuschauen. Ob in Bezug auf Erholung, Familie oder Beruf und Weiterbildung – die meisten von uns sind zeitlich stark in den Alltag eingebunden. In allen genannten Bereichen tätig zu sein, ist ein Privileg, doch ist es auch sinnvoll, eine kleine Standortanalyse durchzuführen, insbesondere wenn man für das kommende Jahr eine Weiterbildung plant.

Weiterbildungen benötigen Zeit, nicht nur Präsenzzeit im Klassenverband und zum Lernen, sondern auch Zeit für die Organisation vielerlei Dinge rund um die Weiterbildung wie Lerngruppen, Bücher und Prüfungen oder die Beschaffung von Informationen. Wer nun bereits mit einem vollen Alltag unterwegs ist, sollte vor einer Weiterbildung nicht zurückschrecken, sondern sich überlegen, wie man seinen Alltag neu gestalten kann, sodass genügend Zeit bleibt, um sich sinnvoll dem Erwerb neuer Kompetenzen widmen zu können. Dabei bildet eine Standortanalyse den aktuellen Zeitpunkt ab.

Wichtig ist, sich bewusst zu sein, dass eine Weiterbildung länger dauert. Oftmals werden Weiterbildungen aus Zeitmangel abgebrochen. Daher: Denken Sie die zeitliche Ressourcenanalyse bis zum Abschluss der Weiterbildung durch oder planen Sie Schlaufen ein, in denen Sie die zeitlichen Ressourcen wieder überprüfen. Denn eine sinnvolle wie zielorientierte Weiterbildung findet nicht nur im Unterrichtsraum statt, sondern man benötigt zudem Zeit, das erworbene Know-how auch im Job als Kompetenzen umzusetzen. Dieser Lerntransfer ist ein zentraler Mehrwert jeder Weiterbildung.

Um zu wissen, in welchem Bereich man kürzertreten kann, empfehlen wir Ihnen folgendes: Beobachten Sie sich während einiger Tage und notieren Sie, wie Sie Ihre Zeit verbringen. Hierzu ist es notwendig, dass Sie zuerst definieren, in welche Oberbegriffe Sie die Alltagstätigkeiten zusammenfassen wollen (Beispiele: Arbeit, Haushalt, Essen, Erholung, Transport, Sport, Familie, Kultur, usw.). Versuchen Sie nun, einen durchschnittlichen täglichen Zeitverbrauch für jeden Bereich zu bestimmen und diesen in einem Kreis oder einer Tabelle abzubilden (als unterschiedlich grosse Kreissektoren oder Tabellenbereiche). Mit einem zweiten Kreisdiagramm oder einer Tabelle legen Sie neu fest, wie Sie sich künftig Ihre Zeit während der Weiterbildungsphase einzuteilen gedenken. Pinnen Sie den neuen Kreis an eine gut sichtbare Stelle und besprechen Sie die gewonnene Erkenntnis mit Ihrem nahen Umfeld. Dies erhöht eine erfolgreiche Umsetzung.

Fit im Job

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