Frage-Antwort: Steuerabzug für Weiterbildungskosten

Susana Méndez, 27.03.2018

In unserer Ratgeber-Serie beantworten Experten des Kaufmännischen Verbandes Mitgliedern Fragen rund um das Thema Arbeitsplatz.

Frage

Ich überlege mir, eine Weiterbildung zu absolvieren, die finanziellen Kosten kann ich aber nicht unterschätzen. Mein Arbeitgeber hat zwar schon signalisiert, einen Teil der Arbeitszeit zur Verfügung zu stellen, an den Kosten will er sich aber nicht direkt beteiligen. Kann ich die anfallenden Kosten für die Weiterbildung in der Steuererklärung angeben, um so zumindest bei der Steuerrechnung noch etwas entlastet zu werden?

Antwort

Ja, das können Sie. Bis und mit 2015 konnten nur Weiterbildungskosten abgezogen werden, die einen direkten Zusammenhang mit dem aktuell erzielten Erwerbseinkommen hatten. Neu sind seit dem Steuerjahr 2016 alle selbst finanzierten berufsorientierten Umschulungen sowie Aus- und Weiterbildungen abzugsfähig.

Zugelassen sind Kosten bei der direkten Bundessteuer bis maximal 12’000 Franken pro Jahr. Die Kantone müssen die Abzüge für die Staatssteuern auch gewähren, können aber eigene Höchstbeträge festlegen.

Der Weiterbildungsabzug gilt als separater Steuerabzug ausserhalb der Berufskosten. Ein eigenes Erwerbseinkommen ist somit nicht mehr Voraussetzung, um einen Abzug tätigen zu können. Bedingung ist allerdings, dass Sie bereits über eine Erstausbildung (wie Lehre oder Matura) verfügen. Zudem müssten Sie mit dem erlernten Wissen Ihren Lebensunterhalt bestreiten können beziehungsweise wollen. Es darf sich also beim Weiterbildungsabzug nicht um Kosten für Freizeitkurse handeln, deren Abschluss nicht zum Lebensunterhalt beitragen.

Sollte Ihr Arbeitgeber Sie doch finanziell unterstützen: Ausbildungskosten, die vom Arbeitgeber getragen werden, müssen Sie, unabhängig in welcher Höhe, nicht mehr als Einkommen versteuern.

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