Frage-Antwort: BP, HFP, HF oder FH? Was ist was?

Susana Méndez, 17.04.2018

In unserer Ratgeber-Serie beantworten Experten des Kaufmännischen Verbandes Mitgliedern Fragen rund um das Thema Arbeitsplatz.

Frage

Ich möchte nächstes Jahr eine Weiterbildung in einem kaufmännischen Fachbereich besuchen. Bei meinen Recherchen bin ich auf einige sehr interessante Angebote gestossen, was die richtige Wahl betrifft, bin ich mir jedoch unsicher: Was ist der Unterschied zwischen einer Berufsprüfung, einer Höheren Fachprüfung, der Höheren Fachschule und der Fachhochschule?

Antwort

Das vielfältige schweizerische Weiterbildungssystem bietet viele Möglichkeiten. Doch sind die verschiedenen Typen und Niveaus in der Bildungslandschaft teilweise unübersichtlich. Hier eine Zusammenstellung der wichtigsten Abkürzungen und Definitionen:

 

Berufsprüfung (BP)

Die Berufsprüfung ist eine erste Spezialisierung nach einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis EFZ. Es geht um eine fachliche Vertiefung in einem spezifischen Bereich. Wer die Berufsprüfung besteht, erhält den eidgenössischen Fachausweis. Trägerinnen und Träger dieses Titels können eine mittlere Kaderfunktion ausüben und deutlich anspruchsvollere Aufgaben wahrnehmen als Inhaberinnen und Inhaber eines EFZ.

 

Höhere Fachprüfung (HFP)

Die höhere Fachprüfung stellt eine fortgeschrittene Stufe der Spezialisierung dar. Wer diese Prüfung erfolgreich abschliesst, erhält ein eidgenössisches Diplom. Dieses qualifiziert Berufsleute als Expertinnen und Experten in ihrem Berufsfeld. Es bereitet auf das Leiten eines Unternehmens vor. Existiert in einem Berufsfeld sowohl eine Berufs- als auch eine höhere Fachprüfung, entspricht die höhere Fachprüfung einem höheren Anforderungsniveau.

Die Schweizer Bildungslandschaft

Möchten Sie mehr zur Schweizer Bildungslandschaft wissen? Unsere Grafik zeigt alle Berufs- und Bildungswege auf.

Höhere Fachschule (HF)

Die Bildungsgänge HF sind praxisorientiert und vermitteln in erster Linie Fachkenntnisse des jeweiligen Bereichs. Im Vergleich zu den eidgenössischen Prüfungen sind sie schulischer aufgebaut. Sie verbinden theoretische und praktische Ausbildungseinheiten. Absolvierende übernehmen in ihrem Bereich oft Fach- und Führungsverantwortung.

 

Fachhochschule (FH)

Die Studiengänge der Fachhochschulen FH orientieren sich an der Berufspraxis. Fachhochschulen (FH) bieten praxisbezogene Studiengänge und Weiterbildungen auf Hochschulstufe an.

Die beiden Bildungsangebote Höhere Fachschule HF und Fachhochschule FH unterscheiden sich durch ihre Zulassungsvoraussetzungen, den Typ und das Niveau der Bildungs- bzw. Studiengänge. In vielen Bereichen existieren gleichzeitig Ausbildungen HF und FH. Für den Eintritt in eine Höhere Fachschule HF reicht in der Regel das Niveau EFZ. Für den Eintritt in eine Fachhochschule FH wird zusätzlich zum EFZ eine Berufsmaturität verlangt. Bei allen Studiengängen sind jeweils auch die berufliche Erfahrung und die persönlichen Kompetenzen relevant.

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