Frage-Antwort: Verspätete Ferienrückkehr – wer zahlt?

Sabrina Gremli-Gafner, 05.06.2018

In unserer Ratgeber-Serie beantworten Experten des Kaufmännischen Verbandes Mitgliedern Fragen rund um das Thema Arbeitsplatz.

Frage

Nach zwei Wochen Ferien konnte ich die geplante Rückreise nicht antreten, da an meinem Urlaubsort der Betrieb der öffentlichen Verkehrsmittel wegen Streiks eingestellt war. Erst mehrere Tage später als geplant, konnte ich an meinen Arbeitsplatz zurückkehren. Ich möchte nun nicht für diese ungewollte Ferienverlängerung Ferientage einziehen und bin der Meinung, dass der Arbeitgeber mir für diese Tage den Lohn ausrichten muss, da ich nicht schuld bin. Mein Arbeitgeber ist aber der Ansicht, dass ich für diese ungewollte Abwesenheit zusätzliche Ferientage beziehen müsse. Was ist korrekt?

Antwort

Tatsächlich trifft Sie an der verspäteten Rückkehr keine Schuld. Bei unverschuldeter Verhinderung an der Arbeitsleistung setzt der Lohnfortzahlungsanspruch gemäss Art. 324a OR jedoch voraus, dass die Gründe dafür in der Person des Arbeitnehmers liegen, wie beispielsweise Krankheit, Unfall usw. Nicht in der Person des Arbeitnehmers liegen Verhinderungsgründe, die auf äussere Umstände und höhere Gewalt zurückzuführen sind, wie Naturkatastrophen, Seuchen, Verkehrsstaus sowie eben auch Streiks. Leider müssen Sie sich die zusätzlichen Tage daher auf Ihrem Ferienanspruch anrechnen lassen, oder falls Sie keine Ferientage mehr zur Verfügung haben, einen Lohnabzug akzeptieren.

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