Frage-Antwort: Ferien – Wie planen wir am besten?

Lorenz Gerber, 13.08.2019

In unserer Ratgeber-Serie beantworten Experten des Kaufmännischen Verbands Mitgliedern Fragen rund um das Thema Arbeitsplatz.

Frage

Jedes Jahr führt die Ferienplanung in unserem Team zu Missstimmung und Frust, weil nicht alle Ferien beziehen können, wann sie wollen und sich daher den andern gegenüber ungerecht behandelt fühlen. Welche Rechte habe ich und wie kann man dieses Problem lösen?

Antwort

Das Gesetz schreibt für alle Angestellten einen Mindestferienanspruch von 4 Wochen pro Jahr fest, wobei pro Dienstjahr zwei Wochen zusammenhängend bezogen werden müssen. Gesamtarbeits- sowie Normalarbeitsverträge können zudem einen höheren Ferienanspruch vorsehen. Über den Zeitpunkt der Ferien entscheidet grundsätzlich der Arbeitgeber. Er hat hierbei jedoch auf Wünsche der Angestellten soweit Rücksicht zu nehmen, als dies mit den Interessen des Betriebes vereinbar ist.

Das Gesetz gibt also nur in bescheidenem Rahmen klare Regeln vor. Eine intransparente Handhabung der Ferienplanung kann jedoch in einem Team zu viel Unzufriedenheit führen. Wir empfehlen daher, in Zusammenarbeit mit den Vorgesetzten frühzeitig eine klare Aussprache der Bedürfnisse (Dauer sowie Zeitpunkt der Ferien) vorzunehmen. Weiter braucht es transparente und verbindliche Regeln über die Festlegung der Ferien. Für die Mitarbeitenden muss nachvollziehbar sein, warum gewisse Ferien bewilligt werden und andere nicht sowie die Gründe, weshalb allenfalls bestimmte Personen bezüglich ihrer Ferienwünsche Vorrang haben.

Letzten Endes ist der Entscheid über die Ferienplanung Führungssache. Jede vorgesetzte Person tut gut daran, im Team ausgewogene Kompromisse zu suchen und den Betroffenen den Entscheid transparent darzulegen, um Missverständnisse sowie schlechte Stimmung zu vermeiden. Auf der anderen Seite sind auch die Angestellten gefordert, in dem sie aktiv mithelfen das Thema frühzeitig anzugehen sowie ein minimales Verständnis für die Lebenssituationen und Interessen der anderen Teammitglieder aufbringen. Es ist daher selbstverständlich, dass bei Mitarbeitenden mit schulpflichtigen Kindern in einem gewissen Masse zwingend auf Schulferien Rücksicht genommen werden muss oder die ambitionierte Hobbysurferin ihre Leidenschaft nicht zu jeder Jahreszeit ausüben kann. Letztlich funktioniert eine Ferienplanung im Team langfristig nur, wenn alle Beteiligten bereit sind, ab und zu den anderen den Vortritt zu geben und die eigenen Bedürfnisse ein wenig zurückzustellen.